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Tausendfüßler feiert Geburtstag !![]() Vor 50 Jahren, am 05. Mai 1962, wurde der Tausendfüßler für den Verkehr freigegeben. Er hieß „Jan Wellem Hochstraße“, wurde jedoch bald allgemein „Tausendfüßler“ genannt. Dabei hat er keine tausend, sondern 21 Füße (Stützen), 11 unter der Geraden in der Verlängerung der Kaiserstraße und je 5 unter den Abzweigungen zur Immermannstraße und zur Berliner Allee. Er ist 670 m lang. 1960 hatte der Stadtrat den Bau beschlossen, um den Verkehr in der Düsseldorfer Innenstadt flüssig zu halten und die gegenseitige Belästigung von Autos, Bahnen, Fußgängern und Radfahrern zu minimieren. Fußgängerpassagen ergänzten das Konzept. Der Baudezernent Professor Friedrich Thamms, ein erfahrener und anerkannter Brückenbauer, bemühte sich um besondere technische und gestalterische Qualität des Bauwerks. Auf die Frage nach der Lebensdauer hatte er im Stadtrat geantwortet: „200 Jahre“. Dem Bau vorausgegangen war ein Gutachten der damals berühmtesten Stadtplaner Professor Werner Hebebrand (Hamburg) und Professor Rudolf Hillebrecht (Hannover), die aus Gründen der Stadtgestaltung, nicht aus wirtschaftlichen Gründen, den Bau der Hochstraße empfahlen und eine Tunnellösung ablehnten, besonders wegen der störenden Rampen. Später wurde der Tausendfüßler wegen seiner hervorragenden Gestaltung und als wichtiges Zeugnis der Architektur der 60 Jahre unter Denkmalschutz gestellt, auch als Bestandteil eines Ensembles zusammen mit dem Schauspielhaus und dem Dreischeibenhaus, die ebenfalls unter Denkmalschutz stehen. Auf Grund eines Beschlusses der gegenwärtigen Mehrheit im Stadtrat – CDU und FDP gegen SPD und Grüne – soll der Tausendfüßler im Zusammenhang der Kö-Bogen-Planung abgerissen und durch einen langen Tunnel für den Nord-Süd-Verkehr ersetzt werden. Der Antrag zur Aufhebung des Denkmalschutzes wurde vom Landes-Denkmalpfleger abgelehnt. Nun muss der Landesbauminister darüber entscheiden, der zunächst ein unabhängiges Gutachten über Zustand und etwaigen Renovierungsbedarf der Hochstraße in Auftrag gab. Die Entscheidung wird Anfang Juni erwartet. Am Samstag, dem 5. Mai um 17.00 Uhr, wurde am Tausendfüßler der fünfzigste Geburtstag mit Musik gefeiert. .Es ist nichts entschieden !!!!!!Der Minister macht seine Entscheidung von einem unabhängigen (!) Gutachten abhängig.
Natürlich hätten wir lieber gesehen, dass der Minister entschieden hätte: „Der Denkmalschutz bleibt bestehen. Der Tausendfüßler darf nicht abgerissen werden.“ Aber seinen Entscheid, zunächst ein unabhängiges (!) Gutachten über den Zustand des Bauwerks einzuholen, finden wir akzeptabel. Nicht zuletzt deshalb, weil wir zuversichtlich sind, dass es zugunsten der bewährten Hochstraße ausfällt. Hatte doch Professor Tamms, der ein anerkannter Brückenbauer war, im Mai 1960 , wo der Bau des Tausendfüßlers beschlossen wurde, im Stadtrat auf die Frage nach der Lebensdauer der Hochstraße erwidert: “Normalerweise 200 Jahre“. Der Tausendfüßler, über den täglich ca. 25.000 Autos fahren, ist ja nach wie vor den Anforderungen gewachsen. Beteiligte am damaligen Bau bezeugen eine un- gewöhnlich starke und aufwendige Stahlbewehrung und eine große Sorgfalt bei der Einbringung des Betons. Die Renovierung des Tausendfüßlers, von der Stadt bisher mit 12 Millionen Euro geschätzt, würde der Verschönerung dienen: Ausbesserungen, Anstrich, Beleuchtung. Denn bisher ist die Hochstraße schmutzig und ungepflegt. Die Verpflichtung durch das Denkmalschutzgesetz, das Denkmal sachgemäß zu erhalten und zu pflegen, hat die Stadt Düsseldorf nicht erfüllt.
·Lott Stonn! schlägt vor: -Erhalt und·Instandsetzung des Tausendfüßlers! -Verzicht auf den Nord-Süd Tunnel, Bau eines kurzen Süd-Nord-Tunnels, der die Schadowstraße unterquert und damit verkehrsberuhigt macht! -Bessere Anbindung von Schauspielhaus und Dreischeibenhaus! -Erhalt der Jägerhofpassage als barrierefreier Verbindung im Hofgarten! -Keine Gefährdung von Kindern, Fußgängern und Radfahrern im Hofgarten durch Querung der Straßenbahngleise! -Mehr als 100 Millionen sparen und Denkmalschutz achten!
Der Tausendfüßler muss bleiben!
Wegen der "Leichtigkeit und Eleganz des Bauwerks und als Zeugnis der Architektur der 60er Jahre" wurde der Tausendfüßler unter Denkmalschutz gestellt. · Der Tausendfüßler gehört zum Bild der Düsseldorfer Innenstadt. Bebauung und Begrünung haben sich ihm perfekt angepasst. Im Ensemble mit dem Dreischeibenhaus und dem Schauspielhaus ist er ein Markenzeichen der Stadt. · Als Verkehrsbauwerk hat der Tausendfüßler sich bestens bewährt. Die Vielen, die täglich darüber fahren, genießen den freien Blick auf die Stadt. Ihnen droht für die Zukunft die Enge und Düsternis eines Tunnels · >Der Tausendfüßler hat 54 Millionen DM gekostet. Ein Tunnel ist viel teurer, besonders weil er die Verlegung zahlreicher Leitungen und Kanäle nötig macht. Ein Tunnel erfordert 60 m lange, in die Tiefe reichende Rampen, riesige Löcher, die das Stadtbild verunstalten · Warum soll Düsseldorfs schöne Innenstadt total umgekrempelt werden? Warum sollen wir mit einer siebenjährigen Baustelle leben, die außer dem U-Bahn-Bau zusätzliche große Störungen und Hässlichkeiten bringt? Warum sollen 210 Millionen Euro Steuergelder zusätzlich in der Erde verbuddelt werden? · Horst Baumann, Dr. Jochen Belzer, Walter Brune, Dr. Manfred Droste, Prof. Heinz Kalenborn, Nanette Krings, Dirk Krüssenberg, Jürgen Krumland, Kay Lorenz, Reg. Dir. a.D. Adolf Nitsch, Prof. Christoph Parade, Prof. Dr. Klaus Pfeffer, Karin Rath, Waltraud Reinl, Dr. Dieprand von Richthofen, Prof. Horst Rinne, Dr. Klaus Thannhäuser, Carmela Zeoli ..... .... in Vertretung vieler Bürger. · Alle bisherigen Umfragen ergaben, dass die Mehrheit gegen den Abriss des Tausendfüßlers ist. Der Text erschien als Anzeige in Düsseldorfer Tageszeitungen.
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